Wenn’s einmal mir im Herzen modert,
wenn der Drang der Dichtkunst stolze Flammen
und der Gedanken Feuer verlodert,
Tod, dann stürz mein Leib zusammen,
Stürz ihn rasch und nicht erst fühle,
lass deinen Dichter still entschweben,
säe nicht das Feld dem Leben
mit der warmen Asche der Gefühle.
Gewidmet für Bettina und Achim von Arnim
Ihr lebt nicht in der Ferne,
auch nicht in meinem Abschiedsschmerz,
ich fühle eurer beider Wärme,
denn ihr lebt in meinem Herz.
Ewigkeit
Die Täler fern schon dunkeln
in tiefer Einsamkeit,
die ersten Sterne funkeln,
da oben in der Ewigkeit.
Der Bäume Wipfel neigen
sich in die Nacht hinein,
ringsum liegt tiefes Schweigen,
im goldnen Mondenschein.
Erst wenn der Brunnen trocken ist, schätzt man das Wasser. (Deutsches Sprichwort)
- Mein Vorbild Joseph von Eichendorff
und Nikolaus Lenau
Mein Blick
Seufzend in geheimer Lust,
geht der Abend scheiden,
leises klopfen in der Brust,
einsam stehn die Trauerweiden.
Da greift die Nacht
das letzte Licht,
hoch über mir die Sternenpracht
und mein Blick an ihrem Glanz zerbricht.
Kindertraum
Hier träumt ich unter Bäumen stille,
fern hört ich den Quellenfall,
da tönte aus der Laubwaldhülle,
süß die kleine Nachtigall.
Die Abendglut ist nun versunken,
rotentflammt der Himmelssaum,
Hain und Wald sind traumestrunken,
wie einst ein Kindertraum.
Schatten
O Trost der Nacht, du stille Zeit,
wo die Wälder lautlos stehen
und in stiller Einsamkeit,
dunkle Schatten ihre Runde gehen.
Sternbeglänzt das Laub der Bäume,
dass flüstert seine Weise,
vielleicht sind’s gar geheime Träume,
da lausch ich still und leise.
Frühlingsnacht
In malerischer Weise vermählte sich
die Dämmerung mit der Nacht.
Still und verschwiegen war der wildromantische
See mit seinem geheimnisvollen Schilfgestade
im streuenden Mondlicht…
Im Verborgenen berührten sich die Schatten der Liebenden.
Ihr Odem schwebte wie eine Wolke durch die sternenklare
Nachtidylle und berührte die träumenden Seerosen,
die auf dem blaugrünen Wasser wogten, wie die Algen im See.
Verführerisch ist diese mildgereifte Frühlingsnacht.
Ein Wonneschauer durchzitterte mein Herz,
als der rauschende, lichtgetränkte Uferrand zu flüstern begann.
Schimmernder Sternenstaub rieselte auf mein Antlitz,
wie der Segen Gottes.
Tief klang der Ruf eines Kauzes, der in der Stille verhallte…
Der Baum
Einst hat ich einen schweren Traum,
da stand in meinem Garten, stumm
ein alter, morscher Baum
und sein Laub lag ringsherum.
Der Garten einst ein Friedhof war,
ein Rosenbeet das Grab,
da wusst’ ich nicht, wie mir geschah,
als seine Blüten fielen ab.
Die Blüten tat ich lesen,
und füllte sie in einen Krug,
was war das nur gewesen,
oder war mein Traum nur Trug?
Da hörte ich ein läuten,
im steignen Morgenrot,
was mag das wohl bedeuten?
ach, Baum, bist du gar tot?
Ich sank im Moose nieder,
und fand im Walde Ruh,
weckt mich der Morgen wieder?
oder find ich hier die letzte Ruh?
Müd’ war’n meine Beine,
mir war, als wenn mein Herz zerbricht,
hoch über mir des Mondes Scheine,
aber sterben wollt’ ich hier nicht.
Uns’re Liebe
Die grauen Wolken hingen,
herab so scheu und schwer,
als wir Beide traurig gingen,
am Feldrand hin und her…
So schwül und stumm, so trübe,
gar sternlos war die Nacht,
so glanzlos wie uns’re Liebe,
zu Weinen nur gemacht.
Da mußte ich nun scheiden
und sel’ge Nacht dir bot,
da wünschte ich uns Beiden,
im Herzen bald den Tod.
Im Rausch
Auf der Bank saßt du und ich zu deinen Füßen,
zu dir gewandt mein Haupt, so saßen wir
und fühlten süß die Stunden fließen
und empfanden wie es stiller wird, zwischen dir und mir,
als uns’re Lippen auf einander sanken
und im Rausch von unsrer Herzen Liebe tranken.

















